Umzugsunternehmen von der Steuer absetzen: Kosten und wichtige Infos

Umzüge kosten eine Menge Geld. Grob geschätzt, können Sie mit 1000 Euro pro 300 Kilometer Distanz und Möbel-Lkw rechnen. Diese Summen machen besonders günstige Angebote sehr verlockend. Aber Vorsicht – billig kaufen kommt teuer zu stehen. Das gilt besonders dann, wenn Sie Ihr Umzugsunternehmen von der Steuer absetzen wollen. Lesen Sie in diesem Ratgeber, worauf Sie bei der Geltendmachung Ihrer Umzugskosten achten müssen.

Ist jeder Wohnungswechsel absetzbar?

Hier gibt es eine klare Antwort: Nein. Wer einfach nur eine schönere Wohnung gefunden hat, dem kann der Staat keine Unterstützung für den Wechsel gewähren. Die Gründe für die Absetzbarkeit eines Umzugs sind klar definiert:

  • Jobwechsel
  • Verkürzung der Pendelzeit
  • Versetzung an einen anderen Standort.

Dass man dorthin zieht, wo man Arbeit findet, sollte zwar selbstverständlich sein. Die Realität zeigt aber, dass viele Menschen nur sehr ungern ihre angestammte Heimat verlassen. Deshalb wird vor allem Arbeitslosen der Umzug vom Staat besonders schmackhaft gemacht. Wer einen größeren Ortswechsel für eine Arbeitsaufnahme in Kauf nimmt, der kann sich über eine Umzugskostenpauschale in Höhe von 811 Euro freuen. Zieht der Ehepartner mit, ist sogar der doppelte Betrag fällig. Falls innerhalb von fünf Jahren wieder ein Umzug ansteht, erhöht sich die Pauschale um weitere 50 %. In Summe sind das für ein Ehepaar schon über 2400 Euro!

Der Staat will seine Klimaziele erreichen und aktiv den Ausstoß von CO2 senken. Ein Werkzeug dafür ist die Absetzbarkeit von Umzugskosten, wenn der Wohnungswechsel nur der Fahrzeitverkürzung dient. Diese Verkürzung sollte aber schon signifikant sein. Das Finanzamt erwartet einen Nachweis darüber, dass durch den Wohnungswechsel mindestens eine Stunde Fahrtzeit pro Tag eingespart wird – also 30 Minuten pro Strecke. Dann kann man das Umzugsunternehmen von der Steuer absetzen.

Schließlich kann es passieren, dass das Unternehmen die Talente des Mitarbeiters an einem anderen Standort benötigt. Auch hier greift der Staat mit der gleichen Umzugspauschale unter die Arme.

Welche Kosten eines Wohnungswechsels kann man steuerlich geltend machen?

Der größte Posten eines Wohnungswechsels fällt meistens auf den Dienstleister. Achten Sie stets darauf, ein Unternehmen mit einer guten Reputation zu buchen. Ein Möbelpackerunternehmen zu gründen ist einfach. Es zu halten und wachsen zu lassen ist jedoch schwer. Ein guter Ruf ist in dieser Branche deshalb alles.

Darüber hinaus können Sie folgende Kosten eines Umzugs geltend machen:

  • Reisekosten
  • doppelte Miete
  • Maklergebühren
  • Neue Anschaffungen (Herd, Kühlschrank)
  • Verpflegung
  • Umzugsmaterial (Kartons, Decken, Spanngurte, Sackkarren)
  • Nachhilfe.

Der letzte Punkt ist vor allem für Familien wichtig, die in ein anderes Bundesland ziehen. Durch die Verschiebung der Ferien kann es zu einem längeren Ausfall von Unterricht kommen. Hier kann eine gezielte Nachhilfe verhindern, dass der Nachwuchs den Anschluss in der Schule verpasst.

Die goldene Regel bei Steuersachen

Die wichtigste Regel bei allen Steuerangelegenheiten ist folgende: Bezahlen Sie, wann immer es möglich ist, digital und lassen Sie sich Belege geben. Das Finanzamt hat immer weniger Verständnis und Geduld mit Papierbelegen. Weisen Sie jede einzelne Bezahlung nach Möglichkeit nicht nur mit einer ordentlichen Quittung aus, sondern auch mit einem dazu passenden Kontoauszug. Digitale Belege werden wesentlich einfacher von den Steuerbehörden anerkannt als handgeschriebene Papierbelege. Das gilt ganz besonders dann, wenn Sie das Umzugsunternehmen von der Steuer absetzen wollen. Hier geht es meist um mehrere tausend Euro. Die bar zu bezahlen ist nicht nur gefährlich, es birgt auch unnötige Risiken mit dem Finanzamt. Halten Sie Ihre Möbelpacker lieber mit Getränken und einem Mittagessen bei Laune. Diese Kosten sind ebenfalls absetzbar, sofern Sie die Quittungen einreichen können.

Was kostet ein Umzugsunternehmen in Frankfurt?

Die Kosten für einen Umzugsdienstleister sollten bei der Suche nach einem geeigneten Unternehmen immer an nachgeordneter Stelle stehen. In jeder größeren Stadt tummeln sich eine Vielzahl an Kleinstunternehmen, Ein-Mann-Firmen, Hausmeister-Services oder andere Glücksritter, die Umzüge zum Dumping-Preis anbieten. Die Rechnung kommt jedoch zum Schluss. Start-Ups in dieser Branche scheitern meist an fehlenden oder unzuverlässigen Mitarbeitern, mangelnder Erfahrung, Unterversicherung oder einfach an Überlastung. Außerdem fehlt es diesen Dienstleistern häufig an der erforderlichen Professionalität. Eine Rechnung, mit der Sie ein Umzugsunternehmen von der Steuer absetzen können, muss einer gewissen Form entsprechen. Dieses Know-How können Ihnen nur etablierte Dienstleister bieten.

Preisvergleiche zwischen einzelnen Städten sind daher wenig sinnvoll. Ein Umzugsunternehmen in Frankfurt wird wohl etwas teurer sein als ein vergleichbarer Dienstleister in Zwickau. Aber wenn Sie von Hessen nach Bayern ziehen wollen, werden Sie kaum ein Transportunternehmen aus Sachsen buchen wollen, der erst einmal 500 km anreisen muss. Angesichts der großzügigen Umzugspauschale des Staates müssen Sie auch nicht auf jeden Euro schauen. Investieren Sie lieber in Zuverlässigkeit, Service und Reputation. Das zahlt sich durch einen reibungslosen Umzug mehr aus als die kleinen Einsparungen.

Tipp für Kostenbewusste

Wenn Sie über eine weite Distanz umziehen wollen, nur wenig Sachen mitnehmen wollen, aber ein äußerst begrenztes Budget haben, gibt es auch dafür eine Lösung. Sie können Ihren Hausstand als Beiladung in einer Spedition anmelden. Dafür gibt es inzwischen ein leistungsstarkes und gut organisiertes Netzwerk. Der Nachteil ist, dass sie nicht selbst bestimmen können, wann der Umzug stattfindet. Die Ersparnisse gegenüber einem professionellen Dienstleister sind jedoch beachtlich. Allerdings haben Sie bei dieser Lösung wirklich nur den Transport organsiert. Kisten schleppen müssen Sie dann immer noch selbst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.